Mancher kam im Kahn zur Welt

Von Peter Becker Donnerstag, 04. August 2022
Rückkehr von der Taufe 1956: Elsbeth Buchan, geborene Jedro, mit Tochter Rita im Kinderwagen, Fährmann ist der Ehemann.
Spreetaufe 2014: Pfarrer Oelmann tauft Greta Kilka, die von ihrem Vater Sebastian gehalten wird. P. Becker/Archiw P. Becker

Lübbenau/Lubnjow. Ab den 1950er und 1960er-Jahren erfolgten die meisten Entbindungen in Geburtskliniken. Auch das Schloss Lübbenau wurde dafür genutzt. Manches Kind hatte es sehr eilig auf die Welt zu kommen und schrie sich noch auf dem Kahn ins Leben. Meist war eine begleitende Frau, selten eine Hebamme, dabei. Der Mann, oft noch ein zweiter Helfer, stakten aus Leibeskräften, um noch rechtzeitig in Lübbenau anzukommen. Der Leiper Herbert Konzack erinnert sich: „Ich erblickte 1949 im Schloss Lübbenau das Licht der Welt, doch meine Geschwister, die 1953 als Zwillinge auf die Welt kamen, haben das nicht mehr geschafft: Marlies kam bei Lehde im Kahn auf die Welt und Dietrich kurz vor Lübbenau!“ Herbert Konzacks Mutter Ursula, selbst Krankenschwester, hatte ihren Schwager Heinrich Konzack gebeten, sie so schnell wie möglich nach Lübbenau zu bringen. Der arme Mann wusste nicht, was wichtiger war: So schnell wie möglich zu staken oder der Entbindenden zu helfen.

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