Freud und Leid im Spreewaldkahn

Von Bernd Marx Donnerstag, 11. Juni 2020
Auf einer historischen Ansichtskarte von 1911 ist zu sehen, wie zwei Jungen einen Touristenkahn durch knöcheltiefes Wasser eines Spreewaldfließes ziehen. Zur damaligen Zeit stand die Regulierung der Spree und ihrer Nebenarme noch in den „Kinderschuhen“, sodass die Wasserhöhen in den Wasserläufen schwankten. Foto: Bernd Marx (repro)
Spreewald/Z Błotow. Seit etwa 1880 werden Besucherinnen und Besucher in den Sommermonaten von Kahnfährleuten durch das weitverzweigte Labyrinth der Fließe und Kanäle mit den traditionellen Kähnen gestakt. Der berühmte Dichter und Reiseschriftsteller Theodor Fontane (1819 bis 1898) hatte während einer romantischen Kahnfahrt im August 1859 das Spreewalddorf Lehde/Lědy kennengelernt und sich darüber folgendermaßen geäußert: „Man kann nichts Lieblicheres sehen als dieses Lehde, das aus so vielen Inseln besteht, wie es Häuser hat.“ Kein Wunder, dass sich viele seinem Beispiel folgend für eine Spreewaldkahnfahrt begeisterten. Da aber die Wasserregulierung mit Schleusen und Wehren an der Spree und der zahlreichen Zuflüsse und Wasserarme noch in den „Kinderschuhen“ stand, konnte es geschehen, dass nicht genügend Wasser in den Wasserläufen vorhanden war. Eine Ansichtskarte aus dem Jahre 1911 macht deutlich, dass dann Kinder für ein paar Groschen Taschengeld den Kahn mit den Gästen durch den noch vorhandenen Schlamm und Morast ziehen mussten.
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