Dank an eine Jänschwalder Wendin

Von Rosemarie Tschuck Donnerstag, 04. August 2022
Luise Freitag in etwas jüngeren Jahren mit dem Jänschwalder Christkind, dass sie angekleidet hatte. Foto: M. Richterojc

Z Janšojc/Jänschwalde. Am Sonntag vor einer Woche verstarb Luise Freitag, eine engagierte Wendin, im Kreise ihrer Lieben. Luise Freitag war ein Mensch, dem die wendische Traditionspflege immer amHerzen lag. Als Kantorka sang sie lange im Frauenchor Jänschwalde mit, welcher ein umfangreiches Repertoire an wendischen Liedern vorweisen kann.

Das Besticken von Bändern und Tüchern für die Festtagstracht verstand sie perfekt. Beim Ankleiden der Tracht legte sie sehr viel Perfektion an den Tag. Jede Falte, jede Nadel musste an der richtigen Stelle platziert werden. Noch vor wenigen Wochen erklärte sie mir, dass man den Faden beim Sticken bei jedem Einstich extra durch den Stoff ziehen muss. Die schnelle Variante, bei der Faden nach dem Einstich gleich wieder nach oben geführt wird, lehnte sie als ungenau, kategorisch ab. So tragen auch noch heute viele Mädchen und Frauen Tücher und Rockbänder mit ihrer Handschrift. Ihrem kritischen Blick entging kaum eine Tracht, die nicht sorgfältig gelegt und getragen wurde. Ihre Perfektion ist uns allen Anspruch.

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